Sonntag, 7. August 2011

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 7. August 2011

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. – Mit diesen Worten, liebe Hörerinnen und Hörer, endet einer der ergreifendsten, tiefsinnigsten und schönsten Abschnitte in der Bibel, das so genannte Hohelied der Liebe aus der Feder des Apostels Paulus, aufgeschrieben im 1. Korintherbrief, Kapitel 13. Es ist ein Wort, das auch Ehepaare gerne als Trauspruch auswählen.

Die Liebe ist das größte. Wer, wenn nicht Menschen, die sich entscheiden, ihr ganzes Leben miteinander zu teilen, wird diesen Satz nachvollziehen können!

Wenn ich vor Hochzeitspaaren über dieses Wort rede, dann sage ich meistens zwei Dinge, die man bei aller verliebter Begeisterung leicht übersieht.

Das erste: Die Liebe steht nicht für sich allein. Glaube und Hoffnung sind ihre Gefährtinnen. Eine dauerhafte Liebesbeziehung, eine Ehe braucht auch die anderen beiden: Glauben im Sinne von Vertrauen – darüber habe ich gestern gesprochen –, und Hoffnung, also gemeinsame Erwartungen und Pläne für die Zukunft, man könnte auch sagen: Vertrauen in die Zukunft.

Das zweite: Die Liebe ist mehr, als Verliebte von ihr halten. Romantische Hochgefühle, verzehrende Sehnsucht und heißer Sex haben viel mit Verliebtheit zu tun, aber wenig mit beständiger Liebe.
Um es ein Leben lang miteinander auszuhalten, braucht die Liebe auch andere Qualitäten: Geduld und Freundlichkeit, die Bereitschaft, zugunsten des anderen zurückzustecken, Ehrlichkeit, Toleranz und, wie schon gesagt, Glauben und Hoffnung. Auch diese Eigenschaften der Liebe beschreibt der Apostel Paulus in seinem Lied.

Und er denkt dabei daran, dass Liebe ja auch nicht nur eine Sache für Liebes-, Ehe- und andere Paare ist. Sondern Liebe ist die Art und Weise, wie Menschen überhaupt miteinander umgehen sollen. Bruderliebe, Nächstenliebe, sogar Feindesliebe sind Ausdrücke, die wir in der Bibel finden.

Und wir finden den Ausdruck Menschenliebe. Menschenliebe ist eine Eigenschaft Gottes. Gott liebt, achtet, respektiert die Menschen. Er hat eine grundsätzlich positive, liebevolle Einstellung zu uns, zu einem jeden von uns. Ja, an einer Stelle heißt es sogar: Gott ist die Liebe. – Überall, wo es Liebe unter Menschen gibt, da hat das mit Gott zu tun.