Samstag, 29. September 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Samstag, dem 29. September 2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

der 29. September ist in manchen Landstrichen noch als Michaelistag bekannt: Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel.


Eigentlich wissen wir nicht so richtig viel über den Erzengel Michael und die anderen Engel. Die Auskünfte in der Bibel sind spärlich. Nur selten werden uns Engel überhaupt namentlich vorgestellt. Gabriel kennen wir noch, dessen wichtigster Job es war, der Jungfrau Maria ihre Schwangerschaft und die kommende Geburt Jesu anzukündigen.


Michael taucht erst in den ganz späten Schriften des Alten Testaments auf, in den apokalyptischen Visionen Daniels und dann wieder in den apokalyptischen Visionen des Sehers Johannes am Ende des Neuen Testaments. Darin wird davon erzählt, wie Michael und die Engel Gottes gegen den als Drachen vorgestellten Satan und seine Engel kämpfen und siegen und ihn aus dem Himmel hinauswerfen.


Der Erzengel Michael ist gewissermaßen der himmlische Vorkämpfer für die unantastbare Ehre und Einzigkeit Gottes: Wer ist wie Gott? – das ist die Bedeutung seines hebräischen Namens.


Nein, eigentlich wissen wir nicht so richtig viel über ihn und die anderen Engel. Das hat die Menschen nicht gehindert, im Gegenteil, hat sie darin beflügelt, um so mehr Vorstellungen und Fantasien über die Engelwelt zu entwickeln. Inzwischen sind Engel so populär, dass sich manches, was über Engel so erzählt wird, völlig vom Glauben an Gott abgelöst hat.


Aber so viel ist sicher: Engel sind Boten Gottes, Beauftragte Gottes, Kämpfer für Gott. Und auch wo wir auf Schutz und Begleitung durch Engel hoffen, heißt es: ER – Gott der HERR – hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten … (Psalm 91, 11)


Vielleicht denken wir auch daran, dass wir durch Gottes Engel vor allem davor behütet werden, wovor wir uns selber nicht schützen können: vor den gottfeindlichen Mächten, die es auf unser Leben und unser Seelenheil abgesehen haben.


Luthers Morgen- und Abendsegen, den viele täglich sprechen, endet mit den Worten: Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.


Das ist der wichtigste Auftrag, den Gottes Engel in unserem Leben haben: dass das Böse, bzw. der Böse, nicht die Oberhand gewinnt in unserem Leben, sondern dass wir bei Gott bleiben.