Donnerstag, 6. September 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Donnerstag, dem 06.09.2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

ich habe Ihnen versprochen, heute den merkwürdigen Gottesnamen Zebaoth zu erklären. Er kommt ja in allerlei christlichem Liedgut und manchen Bibelworten vor.


Zebaoth ist ein hebräisches Wort im Plural, und es bedeutet Heerscharen. Gott ist der Herr der Heerscharen.


Aber welche Heerscharen sind da eigentlich gemeint?


Vielleicht hat man zuerst an das Heer der israelitischen Stämme gedacht. Die Krieger Israels verstanden sich als Kämpfer Gottes, im Auftrag und unter der Führung Gottes – des Herrn der Heerscharen eben.

Später, als Israel unter fremde Herrschaft geraten war und von einem eigenen Heer keine Rede mehr sein konnte, deutete man die Zebaoth als die himmlischen Heerscharen: Gottes Engelstreitkräfte. Die treten dann zum Beispiel in der Weihnachtsgeschichte auf: Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen (Lukas 2, 14). Da haben wir es offenbar eher mit einer Art Heeresmusikkorps zu tun. –
Auf jeden Fall war man davon überzeugt, dass Gott unzählige Engel zur Verfügung standen, mit denen er seine Ziele in der unsichtbaren und in der sichtbaren Welt durchsetzte.

Aber es gibt auch noch eine andere Spur zu diesem Gottesnamen. Manchmal wird in der Bibel auch die Menge der Sterne als Heer des Himmels bezeichnet. Vielleicht ist also auch daran gedacht, dass Gott der Herr über die Gestirne und alle Kräfte des Himmels ist: der Herr des Universums.

Wie auch immer, Herr Zebaoth ist ein machtvoller Gottesname. Er hat etwas damit zu tun, dass Gott der Allmächtige ist. Alle anderen Mächte, ob nun Natur- oder Schicksalsmächte in Gestalt der Sterne, ob Engel- oder Menschenheere, ob sichtbare oder unsichtbare Mächte – Gott ist stärker und mächtiger als sie alle.


Vielleicht mag uns dieser Gottesname, Herr der Heerscharen, zu martialisch, zu wenig friedfertig erscheinen. Aber ich kann mir keine friedlicheren Streitkräfte vorstellen als die, die Gottes Willen tun. Denken Sie doch noch mal an die Weihnachtsgeschichte. Was haben die Engel da gesungen? – Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.