Mittwoch, 5. September 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Mittwoch, dem 05.09.2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Heilig, heilig, heilig ist Gott der HERR Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. So oder so ähnlich heißt es im Gottesdienst, wenn wir Heiliges Abendmahl bzw. Eucharistie feiern. Wir singen da ein Bibelwort aus dem Prophetenbuch Jesaja (Jesaja 6, 3). Vielleicht hat der eine oder andere ja auch Schuberts schöne Vertonung im Ohr, beliebt bei allen Männerchören.


Was es mit dem Gottesnamen Zebaoth auf sich hat, das möchte ich gerne morgen erklären. Heute möchte ich der Frage nachgehen, warum Gott heilig genannt wird und was damit gemeint ist. Wahrscheinlich ist heilig ja so ein Wort, das wir durchaus manchmal gebrauchen und einigermaßen verstehen und doch nur schwer erklären können.


“Das ist mir heilig”, sagen wir von manchen Dingen oder auch Gewohnheiten. Dem einen ist seine Modellbahnanlage heilig, dem anderen sein wöchentlicher Gang auf den Golfplatz, dem dritten die Zeit mit seiner Familie. Immer meinen wir damit: Das ist mir sehr, sehr wertvoll. Ja, das ist unantastbar. Da darf keiner ran. Da mache ich keine Kompromisse. Das ist mir ernst. Das ist mir heilig.


Genau das meinen wir auch, wenn wir Gott, die Kirche, Taufe und Abendmahl – oder auch die Ehe – heilig nennen. Sie sind unantastbar. Wir sollen ihnen mit Achtung und Ehrfurcht begegnen, kein Schindluder mit ihnen treiben …


Als vor kurzem das Urteil über die Damen der russischen Punkband “Pussy Riot” gesprochen wurde, war das Entsetzen über das harte Urteil groß: Sie hatten doch nur an einem öffentlichen Ort auf vielleicht etwas geschmacklose Weise politisch demonstriert! Dass sie in den Augen der russisch-orthodoxen Gläubigen etwas ganz anderes, viel Schlimmeres getan hatten, wurde bei uns im Westen kaum noch verstanden: Sie hatten den heiligen Raum, die heilige Kirche, den Ort, der dem Gottesdienst und Gebet vorbehalten sein sollte, angetastet, entheiligt. – Im übrigen hätte das auch in Deutschland oder in Spanien unter Strafe gestanden.


Die Heiligkeit von Orten, von Gegenständen, von Zeremonien hängt zusammen mit der Heiligkeit Gottes. Er selber, Gott ist heilig, ist ganz anders als alles andere, was es gibt. Er ist uns Gläubigen über die Maßen wertvoll, Ehrfurcht gebietend – eben heilig.


Lassen Sie uns also Gott ernst nehmen: Geheiligt werde sein Name!