Freitag, 15. März 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 15. März 2013

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

vor kurzem habe ich mit unseren Konfirmanden über den 23. Psalm gesprochen. Das ist dieser ganz bekannte, der mit den Worten beginnt: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.


Gar nicht so einfach, habe ich gemerkt. Die Mädchen, die hier auf Teneriffa leben und in der deutschen Sprache nicht so zu Hause sind, wie die meisten von uns, mussten erst mal überlegen, was eigentlich ein Hirte ist. Was heißt: Er weidet mich auf einer grünen Aue? Wozu braucht er Stecken und Stab? Ich denke, wir haben es miteinander ganz gut herausbekommen. Jedenfalls haben sie schöne Hirtenbilder gemalt und waren am Ende der Meinung, dass dieser Psalm wirklich sehr schön ist.

„Gott ist mein Beschützer“, haben sie es in ihre Sprache übersetzt. Und wenn sie mitbekommen, dass das in ihrem Leben wirklich so ist, dann haben sie schon das Allerwichtigste verstanden.


Jesus kennt diesen Psalm auch; und in seiner Lebenswelt sind Hirten und Schafe etwas ganz Selbstverstänliches. Jeder weiß, dass ein Hirte seine Schafe schützt und versorgt, dass er sie pflegt und kennt. Und dass er im Ernstfall sogar sein Leben einsetzen muss gegen gefährliche Raubtiere. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe, sagt Jesus. Und er sagt: Ich bin der gute Hirte.


Und wir verstehen: Es ist kein Unterschied zwischen Der Herr ist mein Hirte und Christus ist der gute Hirte. Gott behütet mich durch Jesus Christus. Gott gibt mir, was ich zum Leben brauche, durch Jesus Christus. Gott tut meiner Seele wohl durch Jesus Christus. Und Gott gibt mir das ewige Leben durch Jesus Christus.


Hirte heißt bekanntlich Pastor. Wir Pastoren sind gewissermaßen Unterhirten des guten Hirten Jesus. Aber wir sind eben nicht selber die guten Hirten. Ja, es gibt sogar schlechte Hirten. Sie haben in den letzten Jahren dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der Kirche geschadet. Aber Jesus möchte nicht, dass Sie an die Pastoren glauben oder an den Pastoren verzweifeln. Er möchte, dass sie ihm vertrauen. Er ist der gute Hirte.

Es sprach Pastor Roland Herrig, Tourismuspfarrer in Teneriffa-Süd für Radio Megawelle.