Montag, 24. Oktober 2011

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Montag, dem 24. Oktober 2011


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

wie sind Sie hierher auf unsere schöne Insel gekommen? – Wahrscheinlich wohl mit dem Flugzeug. Es sei denn Sie gehören zu den wenigen Ausnahmen, die die langwierigere, letztlich auch unangenehmere und gefährlichere Variante einer Schiffsreise vorgezogen haben.

Die allermeisten von uns fliegen selbstverständlich mit dem Flugzeug. Vielleicht die ersten Male mit einem etwas beklommenen Gefühl. Aber das haben wir überwunden. Ich staune immer wieder von neuem, wenn die Maschine abhebt, und die Vogelperspektive zuerst den Flughafen, dann Häuser, Straßen, Berge und Landschaften klein und kleiner werden lässt, und wenn ich nach nur wenigen Stunden an einem ganz anderen Ort in einem ganz anderen Land ankomme.

Ich persönlich habe dieses Staunen zu einem Hobby gemacht. Nein, einen eigenen Pilotenschein konnte ich leider nicht erwerben. Aber von Zeit zu Zeit wird mein Computer zum Flugzeug. Mit einer Simulatorsoftware und etwas Zubehör wird aus meinem Arbeitsplatz ein Cockpit. Wie man ein Flugzeug startet, landet und dazwischen in der Luft hält, welche Regeln dabei gelten und worauf man achten muss, davon verstehe ich ein bisschen was.

Wie kommst du als Pfarrer zu so einem Hobby?, fragen mich manche. Vielleicht ist es die besondere Verbindung mit dem Himmel, sage ich.

Jedenfalls ist das Fliegen ein schönes Bild für den Glauben, finde ich. Warum das so ist, möchte ich Ihnen diese Woche im Zündfunken erklären.

Ein erster Gedanke dazu: Glauben ist Vertrauen. Und Fliegen hat ebenfalls viel mit Vertrauen zu tun. Ich setze mich in ein Flugzeug und vertraue darauf, dass der Pilot mich sicher von A nach B bringt. Ich vertraue darauf, dass die Luft das Flugzeug trägt, dass alle Systeme funktionieren, auch wenn ich nicht verstehe, wie das geht. Ich vertraue darauf, dass alle Beteiligten, Piloten und Fluglotsen vor allem, aber auch all die anderen, die an so einem Flug beteiligt sind, ihre Aufgabe sorgfältig und richtig wahrnehmen, und dass ich am Ende dort ankomme, wo ich hinwollte.

Wenn ich mich vertrauensvoll dem System Flugzeug anvertraue, dann kann ich mich auch vertrauensvoll Gott anvertrauen, damit ich mit meinem Leben gut und sicher ans Ziel komme.