Dienstag, 25. Oktober 2011

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Dienstag, dem 25. Oktober 2011


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Fliegen ist ein Bild für den Glauben, habe ich gestern gesagt. Wenn wir uns ins Flugzeug setzen, dann vertrauen wir darauf, dass Fliegen funktioniert und dass wir sanft wieder auf dem Boden ankommen.

Fliegen ist ja eigentlich ein Wunder – zumindest für unsere Alltagserfahrung. Die lehrt uns nämlich, dass alles, was keinen festen Widerstand erfährt, zu Boden fällt. Physikalisch gesprochen wirkt zwischen der Erde und einem beliebigen Körper die Gravitationskraft, die beide zwingend zueinander bringt. Wenn ich einen Gegenstand loslasse, so fällt er zu Boden. Wenn ich ihn in die Luft werfe, dann fliegt er zwar, die Gravitation holt ihn aber schnell auf die Erde zurück. Entsprechend dieser Erfahrung und der dahinter stehenden Naturgesetze, erscheint es uns wie ein Wunder, dass hunderte Tonnen schwere Flugzeuge sich in die Luft erheben und wie Vögel durch den Himmel gleiten.

Das Geheimnis hinter diesem Wunder ist eine andere Kraft, die der Gravitation, der Erdanziehungskraft entgegen wirkt. Wir nennen sie den Auftrieb. Wenn diese Kraft größer ist als die Erdanziehungskraft, dann hebt sie das Flugzeug in die Höhe, es steigt. Wenn sie kleiner ist als die Erdanziehungskraft, dann sinkt das Flugzeug Richtung Boden. Wenn beide Kräfte gleich sind, dann behält das Flugzeug seine Höhe bei.

Diese Kraft, der Auftrieb, ensteht dadurch, dass die Tragfläche des Flugzeuges sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft bewegt. Die Tragfläche ist nicht einfach, wie der Name es sagt, eine Fläche, sondern sie ist gewölbt, wie ein Vogelschwinge. Und zwar die Oberseite stärker als die Unterseite. Dadurch strömt die Luft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oberhalb und unterhalb der Tragfläche vorbei, und es entsteht ein Druck, der mit der Tragfläche das ganze Flugzeug in die Höhe hebt – der Auftrieb.

Das Erstaunliche daran ist, dass die dünne Luft tatsächlich das schwere Flugzeug tragen kann.

Und was hat das nun mit dem Glauben zu tun? – Für mich ist die Luft ein Bild für Gottes Geist. Im Griechischen kann man sogar dasselbe Wort für Luft und Geist gebrauchen – pneuma. So wie die leichte, fast nicht spürbare Luft ein schweres Flugzeug tragen kann, so kann Gottes Geist mein Leben tragen, so dass ich leicht durchs Leben gleite und nicht abstürze.




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