Donnerstag, 21. November 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Donnerstag, dem 21. November 2013

Guten Morgen, liebe Hörer,

Jona, manche sagen auch Jonas, ist eine der bekanntesten Figuren der Bibel. Jona, der vor Gott Reißaus nahm, vom Walfisch verschluckt und wieder an Land gespuckt wurde und dann eben doch Gottes Auftrag ausführte.

Gottes Auftrag an Jona war: „Geh in die Großstadt Ninive und predige den Leuten, dass Gottes Strafgericht über sie kommen wird; 40 Tage noch!“ – Und nach all dem Ungemach im Bauch des Fisches geht Jona los und predigt, wie Gott es ihm aufgetragen hat.

Und dann geschieht das Unerwartete: Die Menschen von Ninive glauben seiner Predigt und tun Buße: Sie kommen zur Besinnung. Sie ändern ihr Leben. Sie bitten Gott um Gnade.

Und dann geschieht etwas noch Unerwarteteres, vor allem für Jona unerwartet: Gott kommt zur Besinnung. Er ändert seine Meinung und sagt das angekündigte Strafgericht ab.

Und dann heißt es in der Bibel: Das aber verdross Jona sehr und er ward zornig. – „Habe ich mir doch gleich gedacht, sagt er zu Gott, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist!“ Gott fragt: „Meinst du, dass du ein Recht hast, zornig zu sein?“ – Die Frage bleibt unbeantwortet.

Jona sucht sich einen Platz in einiger Entfernung von der Stadt und hofft immer noch, ihre Vernichtung miterleben zu können. Aber nichts dergleichen geschieht. Stattdessen wächst innerhalb weniger Stunden eine große Pflanze auf, eine Rhizinusstaude, die ihm Schatten spendet, und Jona freut sich. Am nächsten Morgen aber schon verdorrt die Pflanze und Jona ist wieder zornig: Ich möchte am liebsten sterben, sagt er. Und Gott fragt ihn wieder: „Meinst du, dass du ein Recht hast, zornig zu sein?“ – Und Jona antwortet: „Ja, ich habe alles Recht zornig zu sein.“ Und dann sagt Gott zu ihm: „Du klagst wegen so einer Pflanze, für die du nichts getan hast, die einfach da war und dann wieder eingegangen ist. Und mich sollte es nicht kümmern, wenn eine so große Stadt wie Ninive vernichtet würde mit all ihren Menschen und auch noch vielen Tieren?“

Die Geschichte von Jona endet mit diesen Worten. Die Moral, die ich darin finde heißt: Wenn Gott uns zur Besinnung ruft, zur Buße, dann nicht um uns zu verderben, sondern um uns zu retten. Bei Gott haben wir eine echte Chance.