Sonntag, 28. April 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 28. April 2013


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

eine Woche lang habe ich mit Ihnen über Sprüche und Sprichworte aus der Bibel nachgedacht. Vieles davon war schlicht und einfach Lebenserfahrung; es ist gut, sie zu beherzigen. Auch die biblischen Sprichworte kommen häufig ohne den ausdrücklichen Hinweis auf Gott aus. Frommsein und anständig leben heißt ja auch nicht, ständig den Herrgott auf den Lippen führen zu müssen. Entscheidend ist, ihn im Herzen zu haben. Trotzdem ist es gut, wenn er sich hin und wieder in Erinnerung ruft.

Eine Lebensweisheit, die wir alle kennen, heißt: Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Das steht so nicht in der Bibel. Aber etwas ganz Ähnliches steht da: Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der Herr prüft die Herzen (Sprüche 21.2).

Wir planen und gehen unseren Weg, und wir sind hoffentlich auch überzeugt von dem Weg, den wir gehen. Wäre ja auch reichlich blöde, wenn wir, um im Bild zu bleiben, feststellen: Wir haben uns verlaufen, aber wir gehen trotzdem einfach weiter. Nein, normalerweise gehen wir den Weg, den wir für richtig halten. Aber das ist natürlich immer nur unsere Perspektive: Aus unserer Sicht ist das richtig und gut und konsequent, was wir tun. Aus der Sicht eines anderen ist es das vielleicht gar nicht. Da sieht uns jemand auf Abwegen und Irrwegen, macht sich vielleicht Sorgen um uns: Wo soll das alles hinführen?

Und Gott? Wie sieht er unseren Weg?

Der Herr prüft die Herzen. – Gott hat eine besondere Sicht. Er sieht nicht nur, wo wir äußerlich langmarschieren, wie wir unser Leben gestalten, was wir denken, planen und umsetzen. Er sieht in unser Herz; er kennt die geheimen Beweggründe. Er durchschaut auch unsere Selbsttäuschungen: Wo wir uns selber einreden und vormachen, dass unser Weg recht ist, aber er ist es schon lange nicht mehr.

Mir ist es ganz recht, wenn Gott mir hin und wieder mitteilt, was er bei der Prüfung meines Herzens herausgefunden hat. So dass ich mich darauf einstellen kann, vielleicht sogar meinen Weg korrigieren und eine andere Richtung einschlagen kann.

Sonntag ist ein guter Tag, um innezuhalten und uns zu fragen: Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Es ist ein guter Tag, um an Gott zu denken und ihn zu bitten, dass er uns den richtigen Weg führt.