Freitag, 26. April 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 26. April 2013


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

haben Sie ein Haustier? – Katze oder Hund? Fische oder Vögel? Oder hatten oder haben Sie Nutztiere?

Der Mensch hat in seiner ganzen langen Geschichte eigentlich immer sehr eng mit den Tieren
zusammengelebt. Außer in den großen Städten war es normal, dass man sein eigenes Vieh hatte: Schwein und Ziege, Hühner und Kaninchen für den eigenen Bedarf. Dazu den Hund, um alles zu bewachen, und die Katze, um die Zahl der Mäuse überschaubar zu halten. Wer wohlhabender war, hatte vielleicht noch Rinder oder gar Pferde. Mensch und Tier lebten eng beieinander, aber die Tiere waren Nutztiere, nichts Besonderes. Anders heute, wo das Hündchen zum Friseur geht und Feines Gänseleberragout an Basilikumspätzle serviert bekommt und die Katze mit im eigenen Bett schläft und schon lange nicht mehr weiß, wie Mäuse schmecken.



Das Verhältnis zu unseren Tieren sagt etwas über uns als ihre Besitzer. Auch dazu gibt es ein biblisches Sprichtwort: Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig (Sprüche 12, 10).

Normalerweise würde man denken, dass Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Kategorien sind für den Umgang des Menschen mit seinesgleichen. Hier ist auch von Barmherzigkeit gegenüber Tieren die Rede. Genauer: Dass ein Mensch gerecht ist, zeigt sich auch – und vielleicht zuerst in seinem Verhalten gegenüber seinem Haus- und Nutztier. Wer sein Vieh ordentlich pflegt, nicht hungern und frieren lässt, es nicht im eigenen Dreck verkommen lässt, vielleicht sogar ein freundliches Wort für es übrig hat, der wird wohl auch seinen Mitmenschen, vielleicht damals ja auch seinen Knecht auf dem Hof, anständig behandeln. Wer schon das Vieh viehisch behandelt, der wird – so darf man vermuten – den Menschen nicht menschlich behandeln.

Das Verhältnis zu unseren Tieren sagt etwas über uns als ihre Besitzer. Es macht mich traurig, wenn ich auf ausgesetzte Tiere treffe oder verängstigte Hunde sehe oder von dem Jammer in den Tierheimen höre. Dabei könnten wir doch gerade im Umang mit den Tieren Menschlichkeit lernen. – Das ist im übrigens auch ein guter Grund, warum Kinder möglichst ein Haustier haben sollten.

Vielleicht mögen Sie ja heute einmal besonders aufmerksam sein für unsere vierbeinigen Freunde.