Sonntag, 11. November 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 11. November 2012

“Liebe”, sagt Rudi in unserer Skatrunde und meint: “Herz ist Trumpf”.

Meine ehemaligen Konfirmandinnen aus Deutschland garnieren ihre Facebook-Einträge, die sie sich schreiben, mit ganz vielen Herzchen-Symbolen. Soll heißen: HDGDL – Hab Dich Ganz Doll Lieb.


Das Herz, liebe Hörerinnen und Hörer, ist ein starkes Symbol, das überall präsent ist und verstanden wird.
Es steht für Liebe, für Gefühl, für die Mitte unserer Person.


Was wir von Herzen glauben, sagen, tun, das kommt aus unserer Mitte; da sind wir ganz dabei. Das meinen wir genau so. Es kommt von Herzen.


Was unser Herz berührt, das berührt uns als ganzer Mensch, in unserem Innersten. Das geht nicht äußerlich an uns vorbei. Es geht uns zu Herzen.


Dabei ist das Herz in unserem Leib das wahrscheinlich am meisten überschätzte Organ. Denn eigentlich geht ja all das – unser Wollen, Fühlen und Reden, unser Anteilnehmen und Mitfühlen, unser Lieben und unser Hassen – eigentlich geht ja all das von unserem Kopf aus, nicht von unserem Herzen. Das Herz ist nur eine Pumpe.


Für unsere körperliche Existenz kann die Bedeutung des Herzens freilich nicht überschätzt werden. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, hört alles auf, auch das Denken, Wollen und Fühlen in unserem Kopf. Wahrscheinlich hat man deshalb, weil das Herz für den Leib so wichtig ist, in früheren Zeiten dem Herzen auch das Gefühl und vor allem den Willen zugeschrieben.

Und wahrscheinlich hat das auch damit zu tun, dass wir starke Gefühle und Willensimpulse auch körperlich im Herzen spüren. Das Herz schlägt höher, sagen wir. Manchmal spüren wir es bis zum Hals. Denn dieses wichtige Organ reagiert stark darauf, wie wir uns fühlen und befinden. Und da kann man schon mal Ursache und Wirkung verwechseln.


Sprachlich tun wir das immer wieder, und wir müssen das auch nicht ändern. Im Grunde genommen versteht es ja jeder, wenn wir vom Herzen reden: Wir meinen Liebe, Gefühl und das Innerste unserer Person.


Dort, im Innersten unserer Person kann uns auch Gott begegnen. Die Bibel spricht sogar davon, dass Gott uns ein neues Herz gibt, so wie heute in der Losung: Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen soll, dass ich der HERR bin (Jeremia 24,7) – Das heißt dann: Gott verändert unser Innerstes. Er will uns zu Menschen machen, die fähig sind, Gott wahrzunehmen und uns in unserem Innersten von ihm bewegen zu lassen.


Gebe uns Gott ein solches Herz!