Montag, 5. November 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Montag, dem 5. November 2012


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

vor ein paar Wochen ging die Geschichte eines jungen Mannes durch die Medien, der als 17-jähriger Neonazi einen Menschen zu Tode geprügelt hatte und der nun dabei ist, Pastor in einer freikirchlichen Gemeinde zu werden.

Johannes Kneifel suchte und fand damals Bestätigung und Anerkennung in der Skinhead-Szene. Man berauschte sich an rassistischer und nationalistischer Menschenverachtung ebenso wie an übermäßigen Mengen von Alkohol. Das eskalierte so weit, dass Kneifel zusammen mit einem Kumpanen das Haus eines Gegners der örtlichen Neonazi-Szene aufsuchte, die Tür eintrat und den Mann derartig zusammenschlug, dass er am folgenden Tag im Krankenhaus verstarb. – Körperverletzung mit Todesfolge, stellte das Gericht fest und verurteilte ihn zu fünf Jahren Jugendhaft.


In der Haftanstalt begann das Umdenken. Während er sich mit ausländischen Mitgefangenen anfreundete, galt er dem Wachpersonal noch lange als Neonazi. Ihn aber trieb seine Schuld und die Suche nach Vergebung in den Gottesdienst und ins Gespräch mit dem Gefängnisseelsorger.


Johannes Kneifel hat sich wirklich und wahrhaftig zu Gott bekehrt. Er hat Vergebung erfahren, auch wenn das das Leid, das er verursacht hat, nicht ungeschehen macht.


Jetzt ist er auf dem Weg, Pastor zu werden. Die Gemeindeglieder dort, wo er aktiv in der Gemeinde mitarbeitet, haben ihn angenommen. Eltern haben kein Problem damit, ihm ihre Kinder zum Kindergottesdienst anzuvertrauen. Denn mit dem Nazi-Schläger von einst hat er nichts mehr zu tun. Er ist ein neuer Mensch geworden.


Die Herrnhuter Losung für den heutigen Tag fordert auf: Der Übeltäter lasse von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, denn bei ihm ist viel Vergebung (Jesaja 55,7).


Das Beispiel von Johannes Kneifel zeigt: Bekehrung ist möglich. Und auch echte Übeltäter können Vergebung erfahren und die Chance eines ganz neuen Anfangs bekommen. Keiner, der schuldig geworden ist, muss auf ewig darauf festgelegt sein, was er einmal Übles getan hat. – Gott sei Dank!