Sonntag, 29. Juli 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 29. Juli 2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

wir nennen Gott Vater, Schöpfer, König, Richter, Hirte, Quelle, Burg und vieles mehr. – Aber wie heißt Gott wirklich? Hat er keinen richtigen Namen? – Gott ist ja eigentlich nur eine Gattungsbezeichnung: Hier der Mensch, dort der Gott. Menschen haben verschiedene Götter angebetet in vergangenen Zeiten und auch noch heute. Hat unser Gott, der Gott den Christen und Juden verehren, nicht auch einen Namen?


Vielleicht haben Sie sich mal mit Mitgliedern der Gemeinschaft der “Zeugen Jehovas” unterhalten. Die werden Ihnen erklären, Gottes richtiger Name sei Jehova. – Wie kommen sie darauf?


Nun sie haben damit nicht ganz Unrecht. Denn in der hebräischen Bibel, der Originalfassung unseres Alten Testaments, steht tatsächlich immer wieder dieser Name. In unseren Bibelübersetzungen wird der meistens mit dem groß gedruckten Wort HERR wiedergegeben. Das hat damit zu tun, dass die Juden schon in alter Zeit aus Ehrfurcht den Namen Gottes nicht ausgesprochen haben, sondern ihn z.B. durch dasWort für Herr ersetzt haben. Wie der Gottesname ursprünglich ausgesprochen wurde, wissen wir deshalb gar nicht mehr ganz genau: wahrscheinlich Jachwe oder Jahwe. Die falsche Aussprache Jehova ist dadurch entstanden, dass man schon in den hebräischen Handschriften des Alten Testaments als Lesehilfe die Vokale für das Wort HERR ergänzt hatte. Leute, die das nicht mehr wussten, haben dann JEHOVA gelesen. Aber so heißt Gott nicht.


Der alte Gottesname JAHWE wird in der Bibel hergeleitet aus Gottes Worten: Ich bin, der ich sein werde, oder einfach: Ich bin da. Sein Name sagt, wer er für uns ist. Er ist für uns da. Gott gibt sich zu erkennen. Er kümmert sich um uns. Er ist für uns da. Das ist sein Wesen. Das ist sein Name.


Ja, und warum nennen wir Gott dann nicht bei diesem seinen Namen? – Nun, weil wir wie die Juden den Namen Gottes mit Ehrfurcht behandeln und so die Anrede HERR übernommen haben. Und weil wir wissen, wenn wir Gott sagen, dass es ja nur den einen gibt, der in Wahrheit Gott ist: der Gott, der für uns da ist.