Montag, 23. Juli 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Montag, dem 23. Juli 2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnnen und Hörer,

sprechen Sie manchmal mit Gott? Ich meine: Beten Sie?



Es gibt Umfragen, nach denen die meisten Menschen beten – zumindest manchmal –, auch wenn sie sonst gar nicht so religiös sind, jedenfalls nicht regelmäßig in die Kirche gehen.


Klar, da gibt es diese Stoßgebete: “Oh Gott, lass es jetzt gut gehen!” “Hilf mir!” oder auch das mal eben ausgesprochene: “Gott sei Dank!” – Beten, mit Gott reden, das kann einfach so, ganz schnell geschehen, das braucht keinen feierlichen Rahmen und keine vorgestanzten Formulierungen.

Wenn Sie manchmal mit Gott sprechen, wie sprechen Sie dann eigentlich mit ihm? Ich meine: Wie reden Sie ihn an? – Einfach nur mit “Gott”? Oder sagen Sie zu ihm “Lieber Gott”? Oder “Herr”? oder nennen Sie ihn “Vater”?


Gott hat viele Namen, bei denen wir ihn rufen können. In der Bibel und auch in unseren christlichen Liedern gibt es ganz verschiedene Bezeichnungen für Gott: “Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren” – Wir nennen Gott Herr und König. “Der Herr ist mein Hirte” beginnt der bekannteste aller Psalmen – Gott ist der “gute Hirte.” “Ein feste Burg ist unser Gott” – auch so können wir Gott nennen: unsere Burg! In manchen Bibelversen aus dem Alten Testament und auch in manchen älteren Liedversen trägt Gott den Beinamen Zebaoth – wer weiß eigentlich, was damit gemeint ist? Und die Anhänger einer christlichen Sondergemeinschaft, die wir alle mehr oder weniger kennen, bestehen darauf, Gottes richtiger Name wäre Jehova – was hat es damit auf sich? Juden vermeiden es, Gott beim Namen zu nennen. Sie umschreiben ihn mit Ausdrücken wie der Allmächtige oder der Ewige. Und natürlich wird Gott auch in christlichen Gebeten und Bekenntnissen so genannt.


Was hat es mit diesen vielen Namen und Benennungen Gottes auf sich? – Ich möchte in den nächsten Tagen mit Ihnen über verschiedene Gottesnamen nachdenken.


Und heute möchte ich Ihnen einen ersten Antwortversuch geben: Ich denke, die Vielfalt seiner Namen hat damit zu tun, dass Gott den Menschen auf so viele und unterschiedliche Weise begegnet. Jeder Gottesname drückt etwas davon aus, wie Gott zu uns ist.



Vielleicht überlegen Sie ja gerade jetzt mal ganz kurz: Wie würde ich Gott heute, in diesem Moment ansprechen?