Freitag, 24. Oktober 2014

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 24. Oktober 2014

Guten Morgen, liebe Hörer,

in vielen Jugendkreisen im frommen Erzgebirge gab es und gibt es ein Ritual, mit dem jeder Jugendabend endet. Die Teilnehmer stellen sich im Kreis auf, reichen sich die gekreuzten Hände und sprechen gemeinsam: „Schließet die Reih’n, treu lasst uns sein. Trifft uns auch Spott, treu unserm Gott.“

Entstanden ist dieses Ritual wohl in den Zeiten der kommunistischen Diktatur. In den 1950-er Jahren wurde die Junge Gemeinde zeitweise als Agentenorganisation der USA verfolgt. Einzelne Jugendliche wurden verhaftet, unter Druck gesetzt, sich zu distanzieren, sich zum Sozialismus zu bekennen, Freunde zu verraten.

„Schließet die Reih’n, treu lasst uns sein.“ – Das gab Kraft und Halt in schwerer Zeit.

In späteren Jahrzehnten wurden christliche Jugendliche immer wieder als dumm, zurückgeblieben und unzuverlässig hingestellt; sie durften nicht an die Oberschule – sprich: Gymnasium – gehen, bekamen nicht die gewünschten Lehrstellen oder keinen Studienplatz.

„Trifft uns auch Spott, treu unserm Gott.” – Das war Halt und Hoffnung: Es geht um mehr, als um das Ansehen und die Karriere in der sozialistischen Gesellschaft. Es geht um die Treue: zu Gott, zu sich selbst, und zu denen, denen man im Glauben verbunden war.

Es war nie leicht zu einer Minderheit zu gehören, nicht mit dem Strom zu schwimmen, nicht mitzumachen bei dem, was alle machen.

Auch heute kannst du als überzeugter Christ auf Unverständnis, Ablehnung und Spott stoßen. Denn eine gottvergessene Gleichgültigkeit auf der einen  und eine militante Kirchenfeindlichkeit auf der anderen Seite sind schon lange Realität unter uns.

Da ist es gut, wenn sich auch heute noch Jugendliche die Hände reichen und miteinander sprechen: „Schließet die Reih’n, treu lasst uns sein. Trifft uns auch Spott, treu unserm Gott!“

Das heutige Losungswort aus dem Buch Josua (23,8) sagt: Haltet dem Herrn, euerm Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt.