Sonntag, 23. Dezember 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 23. Dezember 2012

Einen schönen Vierten Adventssonntag, wünsche ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer,

morgen schon ist der Heilige Abend, und zum Heiligen Abend gehört ein Lied wie wohl kein anderes: Stille Nacht, heilige Nacht.


Vielleicht wissen Sie ein wenig von der Geschichte dieses Liedes. 1818 wurde es in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt. Der dortige Hilfspfarrer Joseph Mohr hatte den Text verfasst und den Dorfschullehrer und Organisten Franz Xaver Gruber gebeten, eine Melodie dazu zu schreiben. Herausgekommen ist ein ausgesprochen volkstümliches Weihnachtslied, das die Zuhörer sofort begeisterte. Weil es so sehr gefiel, wurde es schnell weiter verbreitet, an anderen Orten gespielt und gesungen. Wenige Jahre später erklang es in Leipzig, wurde in Dresden gedruckt, verbreitete sich in der ganzen Welt und wurde in mehr als 300 Sprachen und Dialekte übersetzt. Mitte des vergangenen Jahrhunderts schon hielten es viele Amerikaner für ein US-amerikanisches Volkslied. Aber ursprünglich war es ein österreichisches Weihnachtslied.


Was macht dieses Lied so besonders? – Wahrscheinlich die geniale Melodie, die einfache Sprache, die Wiederholungen von Melodie- und Textabschnitten, der gleichmäßige Aufbau der Strophen.


Und vielleicht auch die Konzentration auf das Wesentliche: In der Stille der Heiligen Nacht geht es nur noch um dieses Kind, das da geboren ist. Es ist eine Geburt ganz im Verborgenen: Alles schläft, einsam wacht nur das traute hochheilige Paar … In der zweiten Strophe wird die wesentliche Bedeutung der Christgeburt besungen: Gottes Liebe, da uns schlägt die rettende Stund Christ in deiner Geburt. In der letzten Strophe wird dieses verborgene Geschehen weithin öffentlich, da tönt es laut von fern und nah: Christ der Retter ist da! – Das lässt auch eine musikalische Steigerung zu: Die erste Strophe ganz leise, und am Ende dröhnen die Posaunenregister der Orgel : Christ, der Retter ist da! – So habe ich es oft gehört und mitgesungen am Heiligen Abend. – Ohne dieses Lied können wir uns gar keine Christvesper denken.


Apropos: Seien Sie herzlich eingeladen zu den Weihnachtsgottesdiensten
der katholischen und der evangelischen Kirche! Vielleicht sehen wir uns.


Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Fest!