Sonntag, 15. April 2012

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 15. April 2012

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

es ist dunkel in der Kirche. Dann entzündet einer die Osterkerze: die neue Osterkerze mit der aktuellen Jahreszahl. Und mit den alten Christussymbolen: die Buchstaben Alpha und Omega, die sagen, dass Christus Anfang und Ende ist: nichts ist vor ihm, nichts kommt nach ihm, alles ist in ihm; und natürlich das Kreuz, und im Kreuz die fünf Nägel für die fünf Wundmale des Gekreuzigten. Die Kerze leuchtet auch in dieses Jahr hinein. Der tödlich Verwundete, der Gekreuzigte lebt, er ist auferstanden, es ist Ostern.


Dann entzündet einer eine weitere Kerze an der Osterkerze und daran entzündet wieder einer seine Kerze. Innerhalb weniger Sekunden läuft das Licht von Reihe zu Reihe und macht die dunkle Kirche hell. Vom Licht des Auferstandenen wird es hell in unserem Leben.


Mit den brennenden Kerzen treten wir heraus aus der Kirche auf den Friedhof und singen Christ ist erstanden. Das Leben kommt auch zu den Toten. Denn der tot war, lebt. Das ist Ostern. Und dann dämmert der Morgen herauf. Das Tageslicht überstrahlt unser Kerzenlicht. Das Kerzenlicht war nur ein Abbild, ein Vorzeichen für das große Licht des Tages.


So oder so ähnlich habe ich manche Osternacht erlebt. Vielleicht hat es mancher von Ihnen schon ähnlich erlebt.


Auch wenn wir die Osternacht hier nicht so begangen haben: seit dem vergangenen Sonntag brennt in unseren Gottesdiensten wieder die Osterkerze, die neue, mit der Jahreszahl 2012. Sie sagt uns: Jesus Christus lebt, und er ist hier. Da, wo wir sind, wo wir uns in seinem Namen versammeln.


Jesus Christus, der durch das tiefste Dunkel hindurchgegangen ist, ist das Licht der Welt. Wer zu ihm kommt und mit ihm geht, der wird nicht im Dunkeln bleiben, sondern in dessen Leben wird es hell und er wird auch für andere zum Licht werden. So wie sich in der Osternacht das Licht ausgebreitet hat, so soll sich das Licht Jesu auch bei uns ausbreiten.