Mittwoch, 25. Februar 2015

Zündfunke (Rundfunkandacht) am 25. Februar 2015

Guten Morgen, liebe Hörer,

Hiob – das ist in der Bibel einer, der ohne Grund, wahrlich unschuldig, viel Schweres zu erleiden hat.
Die Hiobsbotschaften prasseln auf ihn ein, und dann wird er selber von einer grausamen Krankheit heimgesucht.
Warum? Wozu ist das gut, wenn gute Menschen leiden müssen? Wie kann Gott das zulassen? – Diese Frage beschäftigt mich in dieser Woche.

Hiob weiß selber nicht, was wir Leser wissen:
Hinter den himmlischen Kulissen hat es eine Vereinbarung, eine Wette zwischen Gott und dem Satan gegeben.
Der kam in die himmlische Ratsversammlung und Gott fragte ihn: „Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? So was Frommes und Rechtschaffenes wie ihn, findest du auf der ganzen Welt nicht.“
„Kunststück“, erwiderte der Satan, „Hiob geht’s ja auch gut. Er hat Erfolg, er ist reich. Du beschützt ihn. Warum sollte er da nicht rechtschaffen und gottesfürchtig leben? Aber nimm ihm das alles weg, was er hat – du wirst sehen: Hiob wird dich verfluchen!“
Gott ließ sich darauf ein und gab dem Satan freie Hand, Hiob alles zu nehmen, was er hatte, zuerst seinen Besitz und seine Kinder, dann auch noch seine Gesundheit.
– Aber Hiob blieb Gott treu, verfluchte ihn nicht. Versündigte sich nicht, so steht es da.

In dieser Vorgeschichte zum Leiden Hiobs stehen ein paar wichtige Dinge drin.

Das Erste:
Das Leiden kommt nicht direkt von Gott.
Gott lässt es nur zu.
Buchstäblich, indem er dem Satan freie Hand gibt.
Aber das auch nur bis zu einem gewissen Punkt.
Die Macht des Bösen ist beschränkt.
Gottes Macht ist größer.

Das Zweite:
Leiden kann tatsächlich so etwas wie eine Glaubensprüfung sein.
Es stimmt ja: Es ist keine Kunst, dem lieben Gott zu vertrauen, wenn alles gut geht im Leben.
Im Leiden an Gott festzuhalten ist anspruchsvoller.
Ich glaube, Gott lässt sich nur auf diese Wette mit dem Satan ein, weil er weiß, dass er sie gewinnen wird. Sein Knecht Hiob hält ihm die Treue.

Merkwürdig ist, dass wir es auch umgekehrt kennen:
Menschen, denen es richtig gut geht im Leben, ziehen die Konsequenz, dass sie Gott nicht brauchen.
Und die, denen es wirklich schlecht geht, die halten an Gott fest oder wenden sich gerade erst an ihn, nach dem Motto: „Not lehrt beten.“
Vielleicht würden wir ja in einer Welt ohne Leiden Gott sogar ganz vergessen.
Denken Sie mal drüber nach!