Freitag, 14. Februar 2014

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 14. Februar 2014

Guten Morgen, liebe Hörer,

manchmal ist es besser, einfach nur die Klappe zu halten. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Sie kennen das Sprichwort. Mit Worten können wir so viel Schaden anrichten, davon habe ich gestern schon gesprochen. Schon manchem hat seine große Klappe hinterher leid getan. Aber die Worte waren nicht mehr zurückzuholen, der Schaden nicht mehr gut zu machen, das Verhältnis zu einem anderen Menschen zerstört oder auch der eigene Ruf ruiniert. Man sollte seine Zunge im Zaum halten, sagen wir manchmal.

Dieser Ausdruck – die Zunge im Zaum halten – kommt aus der Bibel, genauer gesagt aus dem Jakobus-Brief im Neuen Testament: Wenn jemand meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der betrügt sich selbst, und sein Gottesdienst ist wertlos (Jakobus 1, 26). Und dann greift dieser Jakobus das Thema noch mal auf (Jakobus 3, 1-12) und erklärt das Bild: Man legt Pferden den Zaum ins Maul, um sie damit zu lenken. Ein wenig ziehen am Zaum, und das Pferd folgt uns. So können und sollen wir unsere Zunge steuern. – Aber ist das so einfach?

Jakobus gebraucht weitere Bilder: Ein Schiff wird mit einem kleinen Ruder gelenkt. Es braucht nicht viel, um die Richtung zu bestimmen, aber viel Geschicklichkeit, um wirklich genau dorthin zu segeln, wo das Schiff hin soll. – Ein falscher Ruderausschlag und das Schiff läuft auf Grund. Ein falscher Zungenschlag und wir haben alles verdorben.

Ein weiteres Bild malt es noch drastischer vor Augen: Ein kleines Feuer kann einen ganzen Wald anzünden. Nun, das haben wir hier auf unseren Inseln schon erlebt. Vielleicht aber auch das, was mit diesem Vergleich gemeint ist: Wie ein falsches Wort eine Katastrophe ausgelöst hat.

Die Zunge ist – so Jakobus weiter – ein unruhiges Übel voll tödlichen Gifts.
Darum: Wer sich im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mensch.

Nun, vollkommen sind wir alle nicht. Aber wenn es uns gelingt, unsere Zunge im Zaum zu halten, dann sind wir auf einem guten Weg dahin.