Sonntag, 13. Oktober 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Sonntag, dem 13. Oktober 2013

Guten Morgen, liebe Hörer,

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.

Vielleicht kennen Sie diesen Vers als Tischgebet oder auch aus dem Gottesdienst. Dieser Aufruf, Gott zu danken, ist uralt, er war schon zu biblischen Zeiten eine feststehende Gebetsformulierung, der Leitvers in mehreren Dankliedern der alten Israeliten.

Am schönsten kommt das vielleicht im 107. Psalm zum Ausdruck. Da werden Situationen aufgezählt, in denen Menschen in Not waren, Gott um Hilfe riefen und gerettet wurden, und dann heißt es jedes Mal: Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an ihnen tut.
  • Menschen, die sich in der Wüste verirrt hatten – und die Gott wieder herausfinden ließ. – Sie sollen dem Herrn danken.
  • Menschen, die in Gefangenschaft geraten waren – und die Gott wieder ins Freie geführt hat. – Sie sollen dem Herrn danken.
  • Menschen, die krank waren – und die Gott wieder heilte. – Sie sollen dem Herrn danken.
  • Menschen, die in Seenot geraten waren – und die mit Gottes Hilfe wieder festen Boden unter die Füße bekamen. – Sie sollen dem Herrn danken.

Darum immer wieder: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Wüste, Gefangenschaft, Krankheit, Seenot – wir können das auch als Bilder für unser Seelenleben verstehen, als Bilder für Schuld, Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Depression. – Wie wunderbar, wenn wir aus solcher Seelenverfassung herausgefunden haben!

Wie wunderbar aber erst, wenn uns das alles erspart geblieben ist!

In Not geraten und gerettet werden, das ist eine dramatische Erfahrung, es kann auch eine dramatische Gotteserfahrung sein. Gar nicht erst in Not geraten, ist nicht so dramatisch. Aber sollten wir Gott dafür nicht erst recht danken?

Es ist im Grunde genommen ein Wort für jeden Tag und für unser ganzes Leben: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich!