Mittwoch, 9. Juli 2014

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Mittwoch, dem 9. Juli 2014

Guten Morgen, liebe Hörer,

Gott nahe zu sein ist mein Glück, sagt die Jahreslosung für 2014. Wie sieht es aus mit Gott und dem Glück?
Manchmal liest man etwas über Studien, in denen festgestellt wird, dass Gläubige Menschen etwas zufriedener sind als andere, etwas gesünder, etwas wohlhabender. Und deshalb wahrscheinlich etwas glücklicher.
Aber sind das wirklich Gründe, um an Gott zu glauben?
Ahteisten werben mit dem Spruch: „Gott gibt es (höchstwahrscheinlich) nicht. Also machen Sie sich keine Sorgen.“ – Sie unterstellen also, dass gläubige Menschen eher weniger glücklich sind, weil sie sich zu viele Sorgen und Gedanken machen. Denn schließlich können sie nicht einfach drauf los leben, sondern glauben, dass sie Gott Rechenschaft schulden für ihr Leben; ja, manche glauben, dass sie für ein schlechtes Leben in die Hölle kommen. Mach dir keine Sorgen, sagen die Atheisten, wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es auch keine Hölle.
Dem könnten wir Christen entgegenhalten: Wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es aber auch keinen Himmel. Dann gibt es keine Verantwortung für unser Tun und Lassen und keine ausgleichende Gerechtigkeit für das Unrecht auf Erden. Darum sorgen sich Christen, nicht nur um ihr Seelenheil, sondern auch um das Wohl der anderen und um die Gerechtigkeit.
Der Philosoph Pascal hat den Glauben mit einer Wette verglichen. Er wettet darauf, dass es Gott gibt. Sein Gegner wettet darauf, dass es Gott nicht gibt. Wenn es Gott wirklich gibt, dann hat der Gläubige das ewige Leben gewonnen und im irdischen Leben nichts verloren dadurch, dass er in der Verantwortung vor Gott gelebt hat. Wenn es Gott nicht gibt, dann steht er auch nicht schlechter da als der Ungläubige. Du kannst also nur gewinnen, wenn du in deinem Leben auf Gott setzt.
Mir gefällt dieser Gedanke auch deshalb, weil er zum Glauben einlädt nicht mit der Drohung der ewigen Verdammnis, sondern mit der Aussicht auf das ewige Leben.
Wenn Christen wirklich glücklicher sein sollten als andere, dann deshalb, weil sie immer noch etwas Gutes zu erwarten haben.