Freitag, 11. Juli 2014

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 11. Juli 2014

Guten Morgen, liebe Hörer,

Leute wie der erklärt atheistische Evolutionsbiologe Richard Dawkins wollen uns erklären, dass der Glaube an Gott aus wissenschaftlicher Perspektive unvernünftig ist. Und in der Tat: Die Naturwissenschaften müssen ohne die Arbeitshypothese Gott auskommen. Wer nämlich alle wissenschaftlichen Fragen gleich mit Gott beantwortet, verstellt sich den Weg zur Erkenntnis. Warum blitzt und donnert es? – Weil Gott es blitzen und donnern lässt. Warum erscheint dort ein Regenbogen? –  weil Gott ihn in die Wolken gehängt hat. Usw. – Nein, die Naturwissenschaften müssen immer weiter fragen nach natürlichen Ursachen. Dabei stoßen sie auf allgemeine Naturgesetze und -konstanten, die miteinander das bewirken, was wir wahrnehmen. Für die wissenschaftliche Welterklärung müssen wir in der Tat ohne Gott auskommen.
Auf der anderen Seite machen Wissenschaftler wie Dawkins dann aber Annahmen, die über die Wissenschaft weit hinausgehen. So etwa, dass die Gene das Ziel verfolgten, sich selber zu reproduzieren und weiterzugeben. Beim Kampf ums Überleben der Stärksten geht es am Ende nicht um die stärksten Organismen, sondern um die überlebensfähigsten Gene. Der Witz dabei ist, dass den Genen, die ja nichts weiter sind als eine Folge von Aminosäuren auf der DNA, so etwas wie eine Absicht oder ein Ziel unterstellt wird. Das ist aber keine wissenschaftliche Aussage mehr.
Wenn es in der Natur so etwas wie Absichten oder Ziele gibt, dann muss es eigentlich auch eine geistige Instanz geben, die solche Ziele bestimmt. Als geistiges Wesen, als Mensch kann ich mir ein Ziel setzen und mir bestimmte Mittel suchen, um dieses Ziel zu erreichen. Ein nichtmenschliches Lebewesen kann das vielleicht noch begrenzt, etwa wenn ein Affe mit einem Stöckchen nach Insekten stochert. Die Gene aber haben sich bestimmt nicht vorgenommen, sich erfolgreich zu reproduzieren; sie tun es einfach.
Wenn es trotzdem so etwas wie zielgerichtetes, zweckmäßiges Verhalten in der Natur gibt, dann ist es vielleicht am Ende gar nicht so dumm anzunehmen, dass ein Schöpfer die Dinge so eingerichtet hat, dass sie funktionieren. Funktionieren heißt: die Aufgaben erfüllen, zu denen sie bestimmt sind. Im Falle der Gene: das Leben weiterzugeben.
Dass die Natur sinnvoll eingerichtet ist sehen wir. Aus der Natur selber aber können wir das nicht erklären. Es muss mehr geben. – Ich glaube lieber an Gott als an die Gene.