Montag, 5. Dezember 2011

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Montag, dem 5. Dezember 2011


Liebe Hörerinnen und Hörer,

seit Tagen singt und klingt es in mir. Denn es ist Advent, und zum Advent gehören Adventslieder und manchmal auch schon ein Weihnachtslied. In unseren Gottesdiensten und beim Gemeindefest am 1. Advent haben wir schon fleißig gesungen.

Das allererste, vielleicht auch bekannteste und beliebteste christliche Adventslied ist “Macht hoch die Tür”.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Türen aufmachen gehört einfach dazu zum Advent. Als Kinder haben wir die Türchen an unseren Adventskalendern aufgemacht. Jeden Tag ein neues. Das letzte Türchen war dann oft ein großes Tor und dahinter vielleicht ein geschmückter Weihnachtsbaum – oder aber das Kind in der Weihnachtskrippe mit Maria und Josef, die ganze heilige Familie samt Ochs und Esel, Hirten und Schafen, Kamelen und Königen.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! – Eigentlich geht dieses Bild auf einen alten Psalm aus der Bibel zurück, ein Lied, das wahrscheinlich zu einem hohen Fest gesungen wurde, wenn die Tore am Tempel symbolisch aufgerissen wurden, damit Gott selber einziehen konnte in sein Haus.

Wir übertragen das auf uns. Advent könnte eine Zeit sein, in der wir die Tore unseres Herzens aufreißen, damit Gott auch da Einzug halten kann.

Unsere Adventsbräuche: das weihnachtliche Schmücken der Häuser, Plätzchenbacken, Basteln, Geschenke vorbereiten, ja vielleicht auch die Advents- und Weihnachtslieder, die wir, wenn wir sie nicht selber singen vielleicht doch an einem ruhigen Nachmittag oder Abend von CD hören, all diese guten alten Sitten und Gebräuche, könnten Türöffner sein. Damit unsere Herzen groß und weit und offen werden – für unsere Mitmenschen – und für Gott.