Mittwoch, 7. Dezember 2011

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Mittwoch, dem 7. Dezember 2011


Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?

Der bedeutendste aller evangelischen Liederdichter war Paul Gerhardt, der im 17. Jahrhundert lebte und in dessen Lebenszeit der gesamte 30-jährige Krieg fiel. Er hat es in seinen zahllosen Liedern geschafft, biblische Geschichte und christliche Glaubenslehre so in Worte zu fassen, dass sie zur ganz persönlichen Wahrheit des Dichters – und dann auch des Sängers werden.

So auch in diesem Lied. Aus all den Menschen, zu denen Jesus kommt, tritt einer heraus, und fragt sich: "Wie soll ich dich empfangen?" – Er erinnert sich an die Menschen, die Jesus in Jerusalem als den kommenden König empfangen, und ihm Palmen und grüne Zweige hinstreuen. So haben sie ihn begrüßt und geehrt. "Ja, aber was kann ich tun?", fragt er. – Für ihn kommt es nicht auf das äußerliche Tun an. Er, der Sänger dieses Liedes, möchte innerlich bereit werden für Jesus: Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. – Glaube ist eben eine Herzenssache, und Jesus Christus ist der König der Herzen.

Und dann bedenkt er, was das bedeutet, dass Jesus zu ihm kommt. Er hat erlebt, dass Jesus gerade im größten Leid für ihn da war: Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.

Und nachdem er sich das bewusst gemacht hat, sagt er es anderen weiter: Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

Da wird Advent persönlich. Ja, es gibt Dunkel, es gibt Leid und Tod, es gibt Verzweiflung, Schuld und Scheitern, aber die Hilfe ist schon da, ist vor der Tür. Und viele haben sie erfahren – im Glauben an diesen Herrn, an Jesus Christus, der zu den Menschen gekommen ist, um sie zu trösten, zu heilen und sie froh zu machen.

Wie soll ich dich empfangen? – Mit Freude und Dankbarkeit.