Donnerstag, 27. März 2014

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Donnerstag, dem 27. März 2014

Guten Morgen, liebe Hörer,

auf hoher See und vor Gericht bist du in Gottes Hand, weiß der Volksmund, und meint damit, dass es Bereiche gibt, wo unsere Macht und unsere Möglichkeiten am Ende sind.

Vor Gericht weiß man nie genau, welches Urteil am Ende gefällt werden wird.

Auf hoher See weiß man auch nie genau, ob und wie man am Ziel ankommt. Wenn es harmlos ist, dann vielleicht etwas grün im Gesicht, weil die Wellenschaukelei einen krank macht. Ernster wird es, wenn Schiffe durch Sturm und Wellen zum Kentern, zum Zerbrechen, zum Scheitern an irgendwelchen Klippen gebracht werden.

Scheitern, Schiffbruch erleiden – das sind bis heute gängige Metaphern in unserer Umgangssprache. Schiffskatastrophen wie der Untergang der Titanic haben sich tief ins kollektive Gedächtnis gefressen. Der Untergang der Costa Concordia vor zwei Jahren hat viele noch lange beschäftigt. Eine Seefahrt, die ist nicht nur lustig, sondern auch gefährlich. Wasser hat keine Balken, die uns Halt geben. Im Ernstfall bleibt hoffentlich ein Rettungsboot, eine Schwimmweste oder vielleicht nur ein Wrackteil, an das sich die Ertrinkenden noch klammern. – Wir sind in Gottes Hand, weil unsere Macht und Möglichkeiten am Ende sind.

In alter Zeit hatten die Menschen noch viel mehr Respekt vor Wasser, Wind und Wellen. In einem Psalm (107) wird die Gefahr einer Schiffsreise vor Augen gemalt – und das Gefühl der Rettung, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat:

Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf großen Wassern, die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder auf dem Meer, wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, dass ihre Seele vor Angst verzagte, dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr, "die dann zum HERRN schrien in ihrer Not", und er führte sie aus ihren Ängsten und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten und sie froh wurden, dass es still geworden war und er sie zum erwünschten Lande brachte: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.


Wenn unser Leben so einer Seefahrt gleicht, dann sollen wir wissen: Wir sind in Gottes Hand.