Freitag, 1. Februar 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Freitag, dem 1. Februar 2013

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

was sollen wir beten? Wie sollen wir beten?


Die Bibel enthält ein ganzes Buch voller Gebete. Ich meine die Psalmen. Psalmen sind Lieder, Gebete und Glaubensgedichte des Gottesvolkes Israel. Ein unglaublicher Schatz an geistlicher Erfahrung tut sich da auf.

Der bekannteste Psalm ist Psalm 23. Den müssen sogar unsere Konfirmanden noch auswendig lernen.


Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. So beginnt dieser Psalm.


Eine merkwürdige Bildwelt ist das: Gott, der gute Hirte, und ich, das Schäflein, das darauf angewiesen ist, dass es zur grünen Weide und zum frischen Wasser geführt wird. Das sich sicher und geborgen fühlen kann, selbst in finsteren Schluchten und Todesgefahr, wenn nur der gute Hirte bei ihm ist.

Überraschenderweise spricht das die meisten Menschen an. Denn es ist Ausdruck dafür, dass wir im letzten Grunde von Gott abhängig sind. Wir können uns nicht selber verschaffen, was wirklich für unsere Seelen lebensnotwendig ist. Wir können uns nicht selber vor Gefahren behüten. Und auch wenn wir vor Menschen gerne stark aussehen, vielleicht auch gerne den Leithammel geben, vor Gott sind wir eben doch nur schwache Schäfchen.


Der HERR ist mein Hirte. – Das klingt zuerst gar nicht wie ein Gebet, sondern wie eine Aussage, eine Feststellung. Doch wird aus diesen Aussagen über Gott sehr bald eine Anrede an Gott. Wenn Gott so gut zu mir ist, dann kann ich auch DU sagen, dann kann ich vertrauensvoll zu ihm beten: Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.


Und dann wechselt auch die Bildwelt: Gott deckt mir seinen Tisch – Er behandelt mich menschlich, ich bin sein Gast. Gott salbt mein Haupt mit Öl – Er ehrt mich und zeichnet mich aus. Er schenkt mir voll ein – Er gibt mir mehr, als ich brauche. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. – Bei Gott bin ich nicht nur zu Gast, sondern bei ihm bin ich zu Hause, bei ihm habe ich Heimat. Für immer.


Es ist Gottvertrauen, wenn jemand diese Sätze von Herzen mitsprechen kann. Und ich bin froh, dass ich sie mitsprechen kann.