Dienstag, 29. Januar 2013

Zündfunke (Rundfunkandacht) am Dienstag, dem 29. Januar 2013

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

„Herr, lehre uns beten!“ (Lukas 11,1) – Die Jünger von Jesus fragen ihn ganz direkt, wie sie das machen können – mit Gott reden – zu Gott beten.


Gewiss, ein kurzes Stoßgebet – „O Gott!“ – oder ein kurzes Dankgebet – „Gott sei Dank!“ – ist schnell gesagt. Aber darüber hinaus? Was und wie können wir mit Gott reden? – Manchmal fällt es uns schon schwer genug, im Gespräch mit anderen Menschen die richtigen Worte zu finden. Wie schwierig mag es erst sein, die richtigen Worte für Gott zu finden?


Jesus gibt seinen Jüngern ein ganz kurzes Mustergebet. Seit damals ist dieses Gebet bei allen Christen bekannt und wird überall und immer wieder gebetet: Das Vaterunser – die Mutter aller Gebete.


Eigentlich müsste es ja Unservater heißen. Aber direkt vom lateinischen Paternoster übernommen ist der Vater auch in unserer deutschen Fassung an allererster Stelle geblieben, denn das ist auch das allerwichtigste Wort des ganzen Gebets: Vater – Gott ist unser Vater. Er ist nicht fern, fremd und unpersönlich, sondern er ist unser Vater, der ideale Vater, der es gut mit uns meint. Das ist die Grundlage, dass wir überhaupt zu ihm beten: Wir vertrauen darauf, dass er uns immer gut ist, dass er immer das Beste für uns will und tut.


Und dass das so ist und bleibt, das erbitten wir mit diesem und mit jedem Gebet. Wir sagen es nicht nur ihm, wir bringen es uns auch jedesmal selber in Erinnerung, wenn wir zu ihm beten: Gott ist unser guter Vater. Darum ist es für uns so wichtig und gut, mit ihm in Verbindung zu bleiben. Darum erbitten wir alles, was wir zum Leben brauchen, von ihm.


Eigentlich müsste ich jetzt jedes einzelne Wort des Vaterunsers mit Ihnen bedenken. Dazu haben wir nicht genügend Zeit. Aber wir haben noch genügend Zeit, dass ich dieses wunderbare Gebet ganz spreche. Und wenn Sie mögen, dann sprechen Sie, dann beten Sie mit mir:


Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.