Samstag, 19. November 2011

Gottesdienst in den Bergen Gomeras


Diesmal konnte ich wirklich nichts dafür. Als Aday die Tür der Ermita de la Concepción aufgeschlossen hatte, standen wir auf einer Baustelle.
Der Fußboden war aufgerissen, Werkzeug, Baumaterial und Schutt lagen herum. Die Bänke waren voller Staub. Hier konnten wir unmöglich Gottesdienst feiern. Auch Rieke, die wie immer den Schlüssel geholt hatte, hatte nichts von der Baumaßnahme erfahren.


Wir zogen es kurz in Erwägung, neben der Kirche zu feiern; aber die Sonne brannte so sehr, dass ich meinte, wir würden da vielleicht doch einen Sonnenstich kriegen.

Aber wir wollten ja ohnehin nach dem Gottesdienst zu einem Picknickplatz in den Bergen fahren ...

Nachdem Stella, die immer als letzte kommt und immer die notwendigen Gesangbücher mitbringt, eingetroffen war und nachdem einige noch die letzten Notwendigkeiten fürs Picknick im nahen maxcoop besorgt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Rastplatz an der Ermita de las Nieves, und richteten dort unseren Gottesdienstplatz her. Aday bastelte ein Kreuz und wir richteten den Altartisch her.



Der Gottesdienst stand im Zeichen des Toten- und Ewigkeitssonntags. Aber ich glaube, dass – anders als oft in Deutschland – die Freude, auch als Vorfreude auf Gottes Ewigkeit, im Vordergrund stand. Dazu trug nicht zuletzt Herbert bei, der uns Wir warten dein, o Gottessohn derartig beschwingt auf dem Akkordeon aufspielte, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ja, da waren Freude und herrlich Leben so richtig spürbar! 

Danach war Zeit für unser ausgiebiges Picknick, aus dem sogar ein ökumenisches Picknick wurde, denn kurz vor dem gottesdienstlichen Segen war eine weitere Gruppe am Picknickplatz eingetroffen. Sie sprachen uns an und es stellte sich heraus, dass die katholische Gottesdienstgemeinde von Playa de Santiago sich nach der Messe hierher aufgemacht hatten. So teilten sie mit uns und wir mit ihnen unsere Leckereien, und das Essen wurde noch abwechslungsreicher als es ohnehin schon war.


Der Ort Las Nieves machte seinem Namen zum Glück keine Ehre (er bezieht sich ja auch nicht auf den Schnee sondern auf die Schneejungfrau), aber es nieselregnete doch ziemlich stark, so dass wir froh waren, einen Unterstand zu haben.


Trotzdem waren wir, vor allem die Kinder, bald etwas angenässt und angekühlt, so dass wir in kleinerer Runde den Nachmittag noch mit heißem Tee bei Rieke ausklingen ließen, um dann, erfüllt und dankbar, wie bisher noch nach jedem Besuch auf unserer kleinen Nachbarinsel, die Heimreise anzutreten.


Alle Fotos, auch in größerem Format, hier.